Was dein Baby im Mutterleib schon alles wahrnimmt!

Es ist ja schon spannend zu sehen wie sich die Wahrnehmung bei Babys und dann im Laufe des Kleinkindalters entwickelt, aber genauso faszinierend finde ich was Babys schon im Mutterleib wahrnehmen. Natürlich ist es nicht ganz so einfach herauszufinden was ein Fötus bereits hört, sieht oder schmeckt, aber es gibt dazu einige Forschungsergebnisse.

Liley  (1972), beispielsweise, hat verschiedene Studien zum Thema Wahrnehmung durchgeführt.

Ohr Hören auditiv

Hören – Auditive Wahrnehmung

Bei starken Geräusche die von Außen kommen, reagiert das Baby durch beschleunigten Herzschlag und durch stärkere Bewegungen. Liley fand heraus, dass Vivaldi und Mozart den Fötus beruhigten, während Brahms, Beethoven und Rockmusik heftige Bewegungen auslösten – die als Unbehagen gedeutet werden könnten.

Neuere Studien fragen allerdings wieviel von der Musik wirklich bei den Föten ankommt, da es im Mutterleib, mit gut 80 Dezibel (das entspricht in etwa einem Presslufthammer) recht laut ist. Außerdem wird in diesen Studien auch daran gezweifelt, dass sich Mozart positiv auf die Intelligenz des Ungeborenen auswirkt, wie es ja in einigen Studien behauptet wird.

Ich hatte allerdings schon auch das Gefühl, dass das Wurzelinchen auf unterschiedliche Stücke (am Klavier und auf der Harfe) unterschiedlich reagiert hat. Bei manchen hat sie stark gestrampelt – das waren dann auch die Stück bei denen sie später zu weinen begonnen hat wenn ich sie spielen wollte. Sie scheinen ihr nicht gefallen zu haben.

Manche Frauen in der Studie von Liley berichteten auch, dass die Babys im Mutterleib bei Konzerten im Takt der Trommeln mithüpften.

Besonders wichtig für das Baby ist die Stimme der Mutter, denn diese hört es ja während der Schwangerschaft am meisten und es erkennt sie auch nach der Geburt wieder.

Hier findest du noch mehr zum Thema Auditive Wahrnehmung.

Auge Sehen Sinneswahrnehmung Wahrnehmung visuell

Sehen – Visuelle Wahrnehmung

Im Mutterleib ist es natürlich finster, aber Studien zeigten, dass sich der Herzschlag des Fötus veränderte wenn ein starkes Blinklicht auf die Bauchdecke gerichtet wurde.

Auch aus meiner Erfahrung kann ich ein ähnliches Phänomen berichten: Das Wurzelinchen war sehr lange in Steißlage (es war schon die 34 Woche) und dann drehte sie sich ein bisschen, aber nicht ganz – sie lag quer. Meine Hebamme riet mir dazu mit einer Taschenlampe unten an den Bauch zu leuchten – was ich dann auch tat. Und da wurde sie plötzlich sehr aktiv und rumpelte und rumorte ordentlich herum. Und siehe da bei der nächsten Kontrolle einige Tage später lag sie richtig – mit dem Kopferl nach unten. Meine Hebamme meinte, dass die Babys dann so neugierig sind und zum Licht hin möchten. Spannend, oder?

Hier findest du noch mehr zum Thema Visuelle Wahrnehmung.

Geschmackssinn Schmecken Taste

Schmecken – Gustatorische Wahrnehmung

Auch dazu berichtet Liley von einer Untersuchung: Wird dem Fruchtwasser Saccharin (also eine Art Zucker) zugesetzt schluckt das Baby mehr und schneller, während es bei einem schlecht schmeckenden Zusatz das Gesicht verzieht und zu Schlucken aufhört.

Hier findest du noch mehr zum Thema Gustatorische Wahrnehmung.

Riechen Nase olfaktorische Wahrnehmung

Riechen – Olfaktorische Wahrnehmung

Studien zeigen, dass Neugeborene nach Düften suchen die sie bereits kennen. Studien veränderten den Duft des Fruchtwassers indem sie Zitronenaroma hinzufügten. Kleine Kaninchen suchten dann die Brustwarzen der Mutter überall dort wo es nach Zitronenaroma roch – ähnliches konnte auch bei Babys beobachtet werden. Deshalb ist es auch so wichtig am Anfang geruchsneutrale Cremen zu verwenden um das Baby nicht zu verwirren.

Hier findest du noch mehr zum Thema Olfaktorische Wahrnehmung.

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Tasten und Spüren – Taktile und Kinästhetische Wahrnehmung

Als erstes kann der Fötus tasten, sagen neuere Untersuchungen, noch bevor er hören und sehen kann. Das Baby tastet seine Umgebung, also die Gebärmutter ab und drückt auch gegen die Nabelschnur. Auch können sie ab der 13. Woche den Daumen in den Mund stecken und Daumen lutschen.

Ab der 12. Woche ist der Fötus am ganzen Körper berührungsempfindlich und durch die Stimulationen im Mutterleib, z.B. durch das Fruchtwasser, entwickelt sich dieses System stetig weiter.

Hier findest du noch mehr zum Thema Taktile Wahrnehmung und Kinästhetische Wahrnehmung.

Gleichgewicht Balance Seiltänzer

Das Gleichgewicht – Vestibuläre Wahrnehmung

Dieses beginnt schon ab der 9. Woche zu arbeiten und wird durch die Bewegungen der Mutter, sowie durch die eigenen Bewegungen des Fötus ständig stimuliert.

Das Schaukeln und Wiegen, das Baby nach der Geburt so oft beruhigt, hängt mit diesen vorgeburtlichen Wahrnehmungserfahrungen zusammen.

Hier findest du noch mehr zum Thema Vestibuläre Wahrnehmung.

Welche Erfahrungen hast du in deiner Schwangerschaft dazu gemacht? Hattest du nachher vielleicht auch das Gefühl, dass dein Baby ein Lied wiedererkannt hat, oder eine Stimme?

Ich würde mich über eure Berichte dazu freuen!

Alles Liebe,

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Und so einfach kannst du Sinnesspiele selbst machen.

Quellen:

Schenk-Danzinger, Lotte. (1999) Entwicklung – Sozialisation – Erziehung. Wien: öbv&hpt.

https://www.welt.de/gesundheit/article6882632/Was-ein-Baby-im-Bauch-schon-alles-lernen-kann.html

http://www.entwicklungsraeume.at/media/infotexte/Basissinne.pdf

 

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9 Gedanken zu „Was dein Baby im Mutterleib schon alles wahrnimmt!

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