Mehr als nur Schreien! So entwickelt sich die Sprache deines Babys im 1. Lebensjahr!

Im Mai möchte ich euch mehr über die kindliche Sprachentwicklung erzählen.

  • Wann lernen Kinder was?
  • Was ist bereits Veranlagung und was wird durch die Umwelt gelernt?
  • Und wie kann ich mein Kind in seiner sprachlichen Entwicklung unterstützen?

 

Diese und viele weitere Fragen möchte ich euch in meiner Serie im Mai beantworten. Am Ende erwartet euch auch ein spannendes Interview mit einer Logopädin!

 

Das 1. Lebensjahr

Schon bei der Geburt ist der Kehlkopf vollständig entwickelt und funktionsfähig. Anfangs äußern sich Babies durch Schreien. Eltern lernen die kindlichen Schreie zu deuten und Babies lernen sie zu modifizieren. Ihr Gehör ist bereits sehr gut ausgeprägt und sie merken schnell welche Reaktionen sie mit welcher Art von Schreien auslösen.

Eltern probieren verschiedene „Antworten“ aus – sie versuchen ihr Kind zu verstehen. Hat es Hunger? Ist die Windel nass? … Meistens gelingt die Kommunikation, aber nicht immer und oft auch nicht sofort.

 

Ich möchte wahrgenommen werden!

Durch das Schreien möchten Kinder wahrgenommen werden. Sie merken, dass sie dadurch Kontakt zur Mutter/zum Vater/zur Bezugsperson herstellen können und dass diese Person auch herkommt und somit die Trennung beendet wird. Somit lernen Kinder in diesem ersten Dialog dass Sprache sehr fest mit emotionaler Sicherheit verknüpft ist. Werden Kinder nicht wahrgenommen, werden sie schreien gelassen, erleben sie, neben emotionaler Frustration, auch erste sprachliche Misserfolge – die Kommunikation funktioniert nicht!

 

Ich kann mehr als Schreien!

Nach etwa 6 Wochen beginnen Säuglinge verschiedene vokalische Laute und Gurrlaute zu produzieren. Zuerst noch ganz unbewusst, einfach beim Ausatmen. Etwas später beginnt das Kind mit den Lauten zu spielen. Sie merken nach einiger Zeit, dass ein „ch“ im Hals kitzelt, während ein „m“ die Lippen vibrieren lässt und man mit einem „p“ spucken kann. In den ersten 6 Monaten können Säuglinge noch alle Sprachlaute der Welt bilden und unterscheiden, dann lernen sie die Laute ihrer Sprache zu bilden und zu unterscheiden. Damit „verlernen“ sie auch die Gabe alle anderen Laute zu unterscheiden.

Erwachsene reagieren auf diese Lautspiele und erwidern sie und, ganz wichtig, sie sprechen mit dem Kind. Sie begleiten Tätigkeiten sprachlich – sie erklären dem Kind, dass sie es nun anziehen und benennen dabei die Kleidungsstücke und die Körperteile. Sie antworten auf Laute des Kindes und sie imitieren es. Dieser Dialog macht dem Kind Spaß und es wird dadurch ermuntert öfter solche Laute zu produzieren und mit den Erwachsenen zu plaudern.

 

Kommunikation ist der Schlüssel!

Und dieses Sprechen, das Kommunizieren, ist auch besonders wichtig, denn es genügt nicht einem Kind nur Laute vorzusagen, nein, es muss Kommunikation stattfinden. Und dazu gehört auch die Mimik (der Gesichtsausdruck), die Gestik (die Körpersprache) und die Tonhöhe und der Tonfall.

Und zu diesem ersten Sprechen gehört auch die „Babysprache“ zwischen Eltern und ihren Kindern. Das ist kein „kindisches Duzidei“ sondern eine „uralte intuitive Kompetenz zur Sprachförderung“, wie Winner schreibt. Das ist Kommunikation mit dem Kind.

 

Meilensteine im 1. Lebenjahr:

  • Schreien um wahrgenommen zu werden und um in Beziehung zu treten.
  • Erste Laute, zuerst zufällig – dann bewusst.
  • Plaudern. Die Mutter reagiert auf die Laute des Säuglings und dieser wiederum reagiert auch wieder darauf. So entwickelt sich ein „Gespräch“

 

Für uns als Eltern bedeutet das:

Es ist für uns Eltern also enorm wichtig von Anfang an mit unseren Kinder zu sprechen. Durch die Sprache und vor allem durch die Kommunikation erfahren Kinder Geborgenheit und sie erleben Freude an der Bildung von Lauten und am Dialog. Sprachentwicklung beginnt bei der Geburt und Sprachförderung findet in alltäglichen Situationen statt!

 

 

Quelle: Winner, Anna. Kleinkinder ergreifen das Wort. Sprachförderung mit Kindern von 0 bis 4 Jahren. Cornelsen: 2007.

 

Bild: pixabay.com

 

Hier gibts noch mehr zum Thema Sprachförderung:

Warum Vorlesen?

Sprachförderung durch Vorlesen!

10 Tipps und Tricks zum Geschichten-Erzählen

So baust du Reime und Fingerspiele in euren Alltag ein

 

Advertisements

6 Gedanken zu „Mehr als nur Schreien! So entwickelt sich die Sprache deines Babys im 1. Lebensjahr!

  1. Es ist aber auch wichtig zu überlegen WAS und WIE man etwas sagt! Kinder hören zu und verstehen schon sehr viel, bevor sie das Sprechen anfangen und merken sich auch sehr viel. Das habe ich bei Neffe und Nichte gemerkt, die plötzlich Dinge gesagt haben, die wir vorher lange nicht mehr gesagt haben, wie zum Beispiel: „Hallo????!!!! Ich will auch Butter“ oder: „Bist du doof?“ . Hehe, da muss man echt aufpassen. Auch wenn man meint, Baby versteht es noch nicht, weil es noch nicht reden kann.

    Wobei das noch harmlos ist, gegenüber dem, was andere Eltern von sich geben.

    Gefällt mir

    1. Vielen Dank für deinen Kommentar! Oh ja, da hast du Recht, sie nehmen so viel auf und speichern es ab, das ist wirklich faszinierend. Und man muss sehr gut aufpassen 😉 sonst kann es manchmal peinlich werden!

      Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s