Kinder brauchen Musik – 2

Letzte Woche habe ich bereits darüber geschrieben wie wichtig Musik für Kinder ist. Hier könnt ihr das nochmal nachlesen.

Heute möchte ich euch praktische Möglichkeiten zeigen wie ihr Musik in den Alltag einbauen könnt! Und außerdem stelle ich euch ein Buch mit vielen Ideen und Anregungen vor.

Morgenlied/Abendlied

Als das Wurzelinchen ein Säugling war mochte sie das (morgendliche) Wickeln eine Zeit lang nicht gerne. So wurde beim Wickeln immer gesungen – morgens ein „Guten Morgen Lied„und abends „Auf der Blumenwiese hintern Haus“ (da ist ein Teil „und ich frag mich abends wenn ich schlafen geh …“) und das Lied „Eine bunte Nachtigall“. Und zwischendurch mal dies, mal das.

Beim Ins-Bett-Bringen haben wir lange“Schlaf Kindlein Schlaf“ gesungen, jetzt sprechen wir ein kleines Gebet.

 

Musik hören

Morgens hören wir manchmal Radio – mal Ö1, mal Ö3. Da tanzt das Wurzelinchen auch oft zur Musik, egal ob Vivaldi, Mozart, U2 oder Adele. Ich tanze auch manchmal mit und das Wurzelinchen versucht oft meine Bewegungen zu imitieren.

Außerdem haben wir Kinderlieder CDs. Da sind das Wurzelinchen und ich aber sehr kritisch. Unser Favorit: „Ein Männlein steht im Walde“ vom Kleinen Kinderchor des Deutschen Senders. – Klassische Kinderlieder, schön gesungen und instrumentiert. Das lässt auch mein Musikerinnenherz höher schlagen. Neu haben wir „Alle meine Tanz- und Mitmachlieder“ vom Hörverlag – auch eine schöne CD.

 

Lieder zu bestimmten Tätigkeiten

Wir singen zum Beispiel immer beim Zähneputzen. Eine selbst erfundene Melodie und wir singen der Reihe nach durch wer Zähne putzt (das Wurzelinchen, Mama, Papa,, …).

 

Klangzeichen/Signale

Ein Schlag mit der Triangel wenn das Essen fertig ist. Oder: Eine Handpuppe die eine Zeile singt (z.B. Nun ist’s soweit, es ist Zeit, wir räumen alles auf.) wenn es Zeit ist aufzuräumen.

 

Trostlieder

Bei großem Schmerz oder z.B. nach dem Impfen singe ich ein Lied das sie gerne mag – was mir gerade einfällt.

 

Musik aufgreifen

Das Wurzelinchen klopft auf und mit Alltagsgegenständen – ich klopfe mit oder singe etwas dazu.

Das Wurzelinchen beginnt zu singen – ich singe mit oder klatsche dazu.

 

Instrumente ausprobieren lassen

Ich habe ein paar elementare Instrumente für das Wurzelinchen gekauft: Rassel, Tamburin, Schlaghölzer, Schellenkranz, Glockenspiel. Diese liegen in einem Korb und können jederzeit verwendet werden. Manchmal holt sie das Wurzelinchen, manchmal hole ich sie, manchmal spielt das Wurzelinchen allein damit.

Das Klavier ist bei uns natürlich immer präsent und das Wurzelinchen kann jederzeit darauf spielen (mit sauberen Händen). Den Deckel habe ich festgebunden, damit sie ihn sich nicht auf die Finger schlagen kann. Die Gitarre und die Harfe darf sie mit mir gemeinsam ausprobieren und auch in die Blockflöte und in die Irische Flöte darf sie hineinblasen. Ich passe natürlich auf und sie weiß (eigentlich) auch, dass man mit den Instrumenten vorsichtig umgehen muss.

 

Klanggeschichten

Geschichten mit Klängen untermalen (z.B. Klanghölzer für ein galoppierendes Pferd, mit den Fingern auf den Tisch klopfen wenn es regnet, am Glockenspiel spielen wenn jemand geht, …)

 

Liederbücher

Wir blättern gerne in Liederbüchern und singen die Lieder oft der Reihe nach durch (die wir kennen) und schauen uns auch neue an.

 

Aber wenn ich keine Noten lesen kann oder kein Instrument zum Vorspielen habe?

Auch da gibt es trotzdem Möglichkeiten neue Lieder zu erlernen: YouTube ist ein guter Helfer dabei und Das Liederprojekt – da gibt es Noten und Texte zu vielen Lieder und es gibt eine Version zum Anhören und auch eine zum Mitsingen.

Hier habe ich ein virtuelles Klavier für euch. Das ist eigentlich ein Gehörbildungs-Training (und hat mir während meiner Uni-Zeit immer gute Dienste erwiesen), aber ihr könnt euch damit auch etwas vorspielen (indem ihr auf die Noten oder die Klaviatur klickt).

 

Wo finde ich Lieder?

Es gibt eine Vielzahl an Liederbüchern. Wir verwenden häufig das“Sim Sala Sing“, Helbling Verlag. Viele Lieder habe ich während meiner Ausbildungszeit an der BAKIP und später an der Musikuniversität gesammelt. „Eine bunte Nachtigall“ ist zum Beispiel aus „100 bunte Kanonhits“, Helbling Verlag.

Außerdem habe ich noch alte Liederbücher aus meiner Kindheit, die sind heute nicht mehr erhältlich. Eines das meinen aber sehr nahe kommt ist „Mein schönstes Liederbuch. Mit Bildern von Lore Hummel“, Beltz&Gelberg Verlag. Da sind viele (alte) Lieder drin – mit Noten und auch Gitarren- und Klavierbegleitung.

 

Wo finde ich Ideen?

Ich möchte euch gerne noch ein Buch vorstellen das viele Ideen zum Musizieren mit Kindern enthält: „Jedes Kind braucht Musik“ von Dorothée Kreusch-Jacob, Kösel Verlag. Die Autorin hat schon mehrere Bücher und CD veröffentlicht und ich mag ihre Bücher und Lieder sehr gerne.

Kinder Musik Kreusch-Jacob

Zuerst gibt es einen theoretischen Teil warum Musik für Kinder wichtig ist. Sie schreibt wie die verschiedenen Sinne angeregt werden, warum das Gehirn Musik mag und warum Hören, Horchen und Zuhören wichtig ist. Besonders wichtig finde ich auch das „Nach-innen-Horchen“ also in sich hinein hören. Weiter erklärt sie auch noch kurz warum Musik und Sprache und Musik und Bewegung eng miteinander verbunden sind.

Dieser Theorieteil ist kurz und informativ und nimmt ca. 1/4 des ganzen Buches ein. Der 2. Teil des Buches enthält praktische Ideen.

  • Ideen zum Anfangen, zum Begrüßen
  • Ideen um neue Klänge kennen zu lernen und zu erforschen
  • Ideen um Stille einzubauen
  • Ideen um Musik mit allen Sinnen wahrzunehmen
  • Ideen zum Malen und Gestalten zu Musik
  • Ideen zu Rhythmus
  • Ideen zu den Elementen
  • Ideen zum In-andere-Rollen-Schlüpfen

Jedes Kapitel enthält auch einige Tipps zu bekannten Musikwerken die zu den Themen passen. Beim Thema „Malen und Gestalten“ etwas wird Mussorgskis „Bilder einer Ausstellung“ genannt – denn die Musik beschreibt Bilder. Oder zum Thema „Stille“ wird Schumanns „Sheherazade“ als Möglichkeit angeführt um ein Zaubergärtchen der Stille zu legen.

Besonders gut gefällt mir das Kapitel „Jedes Lied hat seine Farbe“ – Malen und Gestalten von Liedern. Mir gefällt das Lied „Jeder Tag hat seine Farbe“ sehr gut und dazu gibt es viele Ideen um Gefühle auszudrücken. Einen „Gefühlskalender“ mit Gesichtern aus Papiertellern und kleine Spielideen um zu zeigen wie es ist wenn ich mich „gelb fühle“ oder es ein „rosaroter Tag“ ist.

Oder im Kapitel mit den Elementen. Auch hier gibt es wieder ein schönes Lied zum Thema und danach viele Ideen. Zauberklänge zu den verschiedenen Elementen, kleine Marionetten aus Tüchern – leicht und zart wie der Wind, ein Regenbild, einen glitzernden Feuervogel oder das „Barfuß-Spiel“.

Das Buch enthält viele schöne Anregungen die sich zu Hause oder im Kindergarten umsetzen lassen.

Das Buch wurde mir von Random House zur Verfügung gestellt. 

 

Ich hoffe ich konnte euch ein paar neue Idee und Anregungen liefern und eure Freude wecken Musik in eure Alltag einzubauen. Ich würde mich freuen zu hören wie ihr Musik bei euch einbaut!!

 

Titelbild: pixabay.com

 

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