Wurzeline und das sonderbare Buch

Wurzeline Wunderbar schlendert an den Regalen des kleinen Zwergenbuchladens entlang. Immer wieder bleibt sie stehen, nimmt ein Buch heraus und blättert darin. Manche stellt sie wieder ins Regal zurück, aber ein paar hat sie schon in ihren Korb gelegt. Wurzeline liest sehr gerne. Abends vor dem Schlafengehen, an sonnigen Nachmittagen – ganz gemütlich auf ihrer Gartenbank, oder an einem regnerischen Tag – in ihrem gemütlichen Lehnstuhl vor dem Fenster.

Alle zwei Wochen geht Wurzeline in die Bibliothek und borgt sich Bücher aus. Und ein paar Mal fährt sie mit dem Elfenzug nach Hochzwergingen. Das ist eine hübsche Stadt auf der anderen Seite des Großen Jadig, direkt am Nurnis, dem Fluss der dann auch weiter durch das Lindental fließt.

In Hochzwegingen geht Wurzeline immer in Zwerg Raurichs Zwergenbuchladen. Er hat die neusten Romane, interessante Sachbücher, wunderschöne Bilderbücher und auch ganz alte Bücher, die schon ganz viel erlebt haben.

Vier Bücher kauft Wurzeline dieses Mal. Ein Buch über zwei Elfen die gemeinsam um die ganze Welt geflogen sind, ein anderes Buch über die verschiedenen Schmetterlinge die rund um den Großen Jadig leben, ein Backbuch „Zwergenkleine Elfenküchlein“ für ihre Freundin Winnie und ein ganz altes Buch, „Das Traumbuch“.

Wurzeline zahlt und geht anschließend in Cäcilia Zuckerguss` Konditorei. Dort isst sie ein feines Lavendelküchlein und trinkt ein Glas Tautröpfchenlimonade dazu. Sofort beginnt sie in ihren neuen Büchern zu lesen. Sie bewundert die schönen Schmetterlinge, staunt über die beeindruckenden Bilder von der „Weltumfliegung“ und hofft, dass Winnie bald eines dieser zwergenkleinen Elfenküchlein nachbäckt, denn sie sehen köstlich aus.

Danach schlägt Wurzeline das Traumbuch auf. Sie liest darin von einer Elfe die eine Musikschule gründet. Sie ist eine wunderbare Sängerin und unterrichtet gemeinsam mit anderen Musik-Elfen die Elfenkinder. Es gibt ein großes Konzert und die Zuhörer sind begeistert. Wurzeline klappt das Buch zu und denkt lange nach. Sie wollte schon immer eine Musikschule gründen, das ist ihr großer Traum. Sie wundert sich, dass in dem Buch ihr Traum erzählt wird. Dann macht sie sich auf den Weg zum Bahnhof.

Zu Hause angekommen, schenkt sie Winnie das Backbuch. Winnie ist begeistert und verspricht am nächsten Wochenende gleich ein Rezept auszuprobieren.

Am Abend kommt Wurzeline ins Wohnzimmer, Winnie sitzt auf der Couch und liest. Sie liest im Traumbuch. Wurzeline setzt sich in den Lehnsessel und liest in dem Buch über die Schmetterlinge. Plötzlich schaut Winnie auf und grinst. „Ich mag das Buch“, sagt sie zu Wurzeline. „Es ist toll, dass Aruna das Café eröffnet, das würde ich auch gerne machen.“ Wurzeline schaut sie verdutzt an und fragt „Wieso Café? – Sie gründet doch eine Musikschule.“ Winnie schüttelt den Kopf, „Nein, ein Café.“ Wurzeline ist verwirrt.

Sie nehmen das Buch und gehen hinunter zu Zwerg Irich. Sie geben ihm das Buch und bitten ihn ihnen zu erzählen was darin steht. Irich setzt sich hin und liest. Nach einiger Zeit beginnt er zu lächeln und schließlich laut zu lachen. Wurzeline und Winnie schauen sich an: „Was ist denn so lustig?“ fragen sie den Zwerg. „Ein toller Zwerg in diesem Buch“, antwortet er. „Er durchwandert die „Ungener Tunnel“ und entdeckt den verlorenen Schatz von Haderich. Das ist ja großartig,“ sagt Irich, „das würde ich auch gerne tun.“

Wurzeline und Winnie verabschieden sich von Irich und fliegen zu Agia, der weisen Eule. Verschlafen schaut sie aus ihrer Baumhöhle. „Wie kann ich euch helfen?“ fragt sie neugierig. Wurzeline erzählt Agia, dass jeder eine andere Geschichte in dem Buch gelesen hat, obwohl es immer das gleiche Buch ist. Agia schaut nachdenklich und beginnt auch in dem Buch zu lesen. „Ja,“ sagt sie nach einiger Zeit, „auch ich lese hier von meinem großen Traum – einmal Arga Attunan zu treffen, die klügste Eule unserer Zeit.“

Agia hält ihren Kopf etwas schief und schweigt. Nach einiger Zeit sagt sie: „Das Traumbuch zeigt dir das wovon du träumst. Deinen größten Traum, deinen größten Wunsch. Manche dieser Träume können sich erfüllen. Andere nicht.“ Wurzeline und Winnie staunen. So etwas gibt es ? „Wir sollten es in die Bibliothek bringen“, schlägt Wurzeline vor. Agia und Winnie finden die Idee gut. Und so machen sich die beiden Elfen am nächsten Morgen auf den Weg zur Bibliothek. Dort angekommen erzählen sie der Bibliothekarin von dem sonderbaren Buch. Zuerst kann sie es gar nicht glauben, aber dann liest sie selbst darin und entdeckt, dass auch sie über ihren großen Traum liest.

Gemeinsam legen sie das Buch auf einen Tisch ins Schaufenster. So kann nun jeder der vorbeigeht über seinen eigenen Traum lesen.

 

 

Hier kannst du noch mehr über Wurzeline lesen:

Wurzeline findet eine Freundin

Wurzeline holt Medizin

 

Bild: pixabay.com

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3 Gedanken zu „Wurzeline und das sonderbare Buch

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