Was lesen für mich bedeutet

Passend zum Lesemonat April darf ich euch den Kurzgeschichten-Blog https://loveanddeathandeverythinginbetween.wordpress.com vorstellen. Die Autorin der Texte, meine liebe Freundin Marie-Thérèse, hat mir auch ein Interview zum Thema „Lesen“ gegeben.

 

Wie ich weiß wurde bei euch immer viel gelesen. Haben alle Familienmitglieder gerne gelesen?

Ja, das Lesen war und ist in meiner Familie immer eine beliebte Freizeitbeschäftigung – als BesucherIn in meinem Elternhaus wird das auch an den vielen gut gefüllten Bücherregalen deutlich. Jedes Familienmitglied hat dabei natürlich seine Präferenzen. Ebenfalls einen wichtigen Stellenwert hatte und hat in unserer Familie das Ausborgen von Büchern in Büchereien.

 

Deine Mama hat euch, als Englisch- und Französischlehrerin, auch früh fremdsprachige Bücher vorgelesen. Kannst du dich daran erinnern? Mochtest du das?

An welche „Lesemomente“ kannst du dich erinnern? An welches Buch deiner Kindheit kannst du dich besonders gut erinnern? 

Am besten kann ich mich an die englischen nursery rhymes erinnern, die meine Mama uns vorgelesen hat. Von einem Englandaufenthalt hat sie ein Buch mit vielen solchen Reimen mitgebracht, „Humpty Dumpty“ ist z.B. recht bekannt. Diese Reime mochte ich wirklich gerne, auch wegen der schönen Illustrationen und an viele kann ich mich (zumindest auszugsweise) bis heute erinnern. Außerdem hatten wir ein Buch, wo die ProtagonistInnen (Hasen, Bären ,Waschbären…) in verschiedenen Situationen zu sehen waren, z.B. in ihrem Haus und dort waren die verschiedenen Begriffe wie etwa die Badewanne oder der Herd auf Deutsch, Englisch und Französisch angeführt. Dieses Buch habe ich auch sehr gerne angeschaut. Längere Texte hat Mama auch manchmal auf Deutsch übersetzt – ich kann mich z.B. erinnern, dass sie uns die englische Version von „Winnie the Pooh“ übersetzt hat.

 

Du liest heute noch sehr gerne. Wie hat dich dieses frühe Lesen geprägt?

Ich bin davon überzeugt, dass der Grundstein für das Interesse an Büchern und am Lesen schon früh gelegt werden kann – und wenn es einem als Elternteil wichtig ist, dass das eigene Kind später gerne liest, sollte dem Kind ein einfacher Zugang zu Büchern gewährt werden. Man kann nicht erwarten, dass ein Kind in der Schule dann gerne liest und schreibt, wenn es überhaupt keine positiven Assoziationen mit geschriebener Sprache hat. Ein guter „Trick“ ist glaube ich, Kinder mit Bücherreihen bekannt zu machen – Kinder lieben Vertrautes und Wiederholung, sind zugleich aber auch unglaublich neugierig und wissbegierig, da sind Bücherreihen eine gute Idee, um Kindern das Lesen schmackhaft zu machen. Schließlich wollen sie ja auch über das nächste Abenteuer der ProtagonistInnen Bescheid wissen (wie man z.B. auch beim Wurzelinchen mit den Conni-Büchern sehen kann). Über einige unsere heißgeliebten Conni-Bücher habe ich schon geschrieben -zum Beispiel hier und hier.

Dass meine Eltern (und auch Großeltern) viel mit mir gelesen haben und das Vorlesen auch ein festes Einschlafritual war bzw. auch mein eigenes Anschauen und später Lesen von Büchern gefördert wurden, hat sicher viel damit zu tun, wie ich Lesen und Sprache heute gegenüberstehe.

 

Neben dem Lesen schreibst du sehr gerne – wann hast du damit begonnen?

Bereits in der Volksschule – etwa mit 8, 9 Jahren habe ich mit einer Freundin begonnen, ein Buch zu schreiben, das bis heute zwar unvollendet geblieben ist, uns aber bestimmt ein paar Wochen lang Freude bereitet hat. Und erst kürzlich hat meine Mama mein (vermutlich erstes) selbst gestaltetes Bilderbuch gefunden, das auch aus dieser Zeit stammt. Das könnt ihr euch hier auf Marie-Thérèses Blog anschauen. Ernsthaft zu schreiben begonnen habe ich dann mit 13, 14 Jahren, seit ich 20 bin veröffentliche ich auch immer wieder kurze Schriftstücke auf meinem Blog.

 

Was bedeutet Lesen für dich?

Lesen bedeutet für mich, eine Auszeit von der Realität zu nehmen, sich in andere Welten entführen zu lassen und Abenteuer mit den ProtagonistInnen zu erleben. Und Lesen bedeutet für mich auch Lernen, schließlich öffnet es den Geist für andere Lebensentwürfe.

 

Magst du uns eines deiner Lieblingsbücher verraten? Vielleicht eines aus deiner Kindheit und ein aktuelles? 

Als Kind mochte ich die Bücher rund um den Hasen Peter Rabbit (von Beatrix Potter, http://www.peterrabbit.com) sehr gerne, auch wieder zu einem großen Teil, weil sie so schön illustriert sind. Später habe ich dann so ziemlich alles gelesen, was mir in die Hände gekommen ist – z.B. die Klassiker von Christine Nöstlinger und Astrid Lindgren über Disney-Bücher bis hin zur Nesthäkchen-Reihe. Sehr gute Bücher, die ich in den letzten Jahren gelesen habe, hat übrigens meine Mama für mich aufgetrieben (auch im Erwachsenenalter nehme ich noch gerne ihre Leseempfehlungen an): „Addition“/„Tausend kleine Schritte“ (Toni Jordan), „The History of Love“/„Die Geschichte der Liebe“ (Nicole Krauss) und „The Map of Tenderness“ (William Wall).

 

Marie-Thérèse (26) ist zwar selbst noch nicht Mutter, aber dafür begeisterte Leihtante vom Wurzelinchen. Sie hat Publizistik und Psychologie studiert und verfasst regelmäßig Artikel für pressetext.at und gesund.at. Auf ihrem Blog https://loveanddeathandeverythinginbetween.wordpress.com schreibt sie Kurzgeschichten (und manchmal auch Gedichte) auf Deutsch und Englisch.

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4 Gedanken zu „Was lesen für mich bedeutet

  1. Ein schönes Interview, Ich finde lesen ist auch das tollste was es gibt. Man kann soviel neues erfahren, wunderbare Impulse bekommen und viel lernen. Ob jetzt als Kind oder auch noch später als Erwachsener. Manchmal treffe ich Leute, die tatsächlich ihr ganzes Leben noch nie ein Buch gelesen haben (außer mal gezwungen eins während der Schule oder dem Studium) und bin dann immer total überrascht, dass es sowas gibt hätte ich mir gar nie vorstellen können. Die verpassen doch echt was 😉
    Liebe Grüße

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  2. Ich habe auch schon immer gelesen (seit ich es konnte). Bücher waren immer meine treuen Begleiter. Nachts las ich, als Kind, heimlich bis spät in die Nacht unter meiner Bettdecke, weil ich mein Buch, vor lauter Spannung, einfach nicht weglegen konnte.
    Menschen, die nicht (gerne) Bücher lesen, können nicht erahnen was ihnen entgeht!
    Schönes Interview!
    Grüne Grüße
    Mion

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