Lass uns Lesen – ein Plädoyer für das gemeinsame Lesen

Anders als die gesprochene Sprache muss die Schriftsprache erlernt und geübt werden. Natürlich „lernt und übt“ ein Kind auch die gesprochene Sprache, aber dies geschieht unbewusst im Alltag. Buchstaben, Worte und Sätze lesen und schreiben müssen wir aktiv erlernen und oft wiederholen. Schon das gemeinsame Lesen, das Vorlesen und Erzählen ist der erste Schritt zum Erlernen des Lesens.

Während geübte LeserInnen die gesamten Wörter erfassen und beim Lesen auch Wörter überspringen, müssen LeseanfängerInnen Texte Buchstabe für Buchstabe und Wort für Wort lesen. Hierbei springen die Augen auch, aber sie springen mehrfach auf das selbe Wort – LeseanfängerInnen brauchen einfach mehr Zeit um das Wort zu erfassen.

Es gibt Studien zum „Eye-Tracking“ (wie sich die Augen beim Lesen bewegen) und man versucht herauszufinden warum manche Kinder leichter lesen lernen als andere –  es scheint auch mit der Bewegung der Augen zusammenzuhängen.

Was Studien zum „Lesenlernen“ auch zeigen, ist, dass Kinder mit größeren verbalen Fähigkeiten und einem größeren Wortschatz leichter die Schriftsprache erlernen, weil sie die Laute in Buchstaben und Wörter übertragen können. Spricht also auch für das gemeinsame Lesen, denn so erlangen die Kinder einen größeren Wortschatz.

Näheres findet ihr auch in diesen Artikel.

 

Studien zeigen sehr klar, dass frühe Leseförderung und Lesesozialisation, also das gemeinsame Lesen und integrieren von Lesen in den Alltag, stark mit dem späteren Leseerfolg zusammenhängen. Lesen muss geübt werden, nur dann kann verstehendes Lesen erlernt werden. Nach den sehr schlechten PISA Ergebnissen kann man gar nicht oft genug darauf hinweisen: Gemeinsam lesen, vorlesen, erzählen, zuhören, … ist wichtig!!!! Nur so kann die Kulturtechnik des Lesens ordentlich erlernt und angewendet werden.

Also, nehmen wir uns jeden Tag ein bisschen Zeit um mit unseren Kindern zu lesen, über gelesenen zu sprechen, zu erzählen und zuzuhören!!! #liesmitmir

 

Schon bei Babys kann ich alle Sinne einsetzen:

Schauen: Bilderbücher betrachten

Hören: Vorlesen, Knisterbücher

Singen: Reime, Lieder

Greifen/Fühlen: Fühlbücher , Fingerspiele

Sprechen: Dialogisches Vorlesen, Interaktion

 

Vorlesen 

fördert nicht nur den Wortschatz, es festigt auch die emotionale Bindung. Weiters fördert es die Freude an Büchern und am Lesen, sowie die Sprachkompetenz. Es regt die Phantasie an, fördert die Konzentration und schafft neue Erfahrungswelten. Und es erweitert das Wissen.

Besonders schön ist vorlesen wenn man Rahmenbedingungen schafft:

gemütliche Atmosphäre, keine anderen Geräusche daneben (Fernseher, Radio, …), Mimik und Gestik anpassen, Stimme verstellen, …

Kinder liebe Wiederholungen, das schafft Sicherheit – es stört Kinder also nicht wenn 3 Mal das gleiche Buch gelesen wird. Ganz im Gegenteil …

 

Quelle: https://www.goethe.de/resources/files/pdf15/pk9445756.pdf

 

Hier gehts weiter!

Vorlesen

Was lesen für mich bedeutet

Kindliche Sprachentwicklung im ersten Lebensjahr

10 Tipps und Tricks zum Geschichten-Erzählen

So baust du Reime und Fingerspiele in euren Alltag ein

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6 Gedanken zu „Lass uns Lesen – ein Plädoyer für das gemeinsame Lesen

  1. Wir haben ähnliche Erfahrungen gemacht, denn Lesen ist wirklich etwas ganz besonderes. Und wenn man noch gemeinsam liest, dann baut sich hier immer eine richtige Wohlfühl-Atmosphäre auf und alle Familienmitglieder sind dann so richtig entspannt und glücklich. Außer man muss vielleicht wirklich ein Buch so um die 100 mal lesen 😉 Aber wenn es eben das absolute Lieblingsbuch ist, dann macht man ja auch das gerne.
    Liebe Grüße von den Insider Dads

    Gefällt 1 Person

    1. Liebe Insider Dads,
      danke für eure Erfahrungen. Wohlfühl-Atmosphäre trifft es gut – beim gemeinsamen Lesen ist es eigentlich immer gemütlich und das ist ein wichtiger Grundstein dafür auch später gerne zu lesen. 🙂

      Liebe Grüße und weiterhin viel Lesefreude!!

      Gefällt mir

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