Warum vorlesen?

Warum ist es wichtig, dass wir unseren Kindern vorlesen und Geschichten erzählen? Ersten, weil es Bindung schafft und zweitens, weil es essentiell für die Sprachförderung ist.

Kinder erlernen durch das gelesene und erzählte Wort komplexe grammatische Strukturen und ein umfangreiches Vokabular. Außerdem freuen sie sich Figuren aus ihren Geschichten immer wieder zu treffen um mit ihnen Abenteuer zu erleben.

Kinder merken sich Geschichten und vor allem auch deren Wortlaut sehr schnell. Schon das Wurzelinchen kann Sätze in ihr bekannten Geschichten vollenden, weil sie weiß welche Wörter an bestimmten Stellen kommen.

Erzählen fördert die innere Bilderzeugung, die sich ca. ab dem 18 Monat entwickelt, wenn das Kind dazu angeregt wird. Diese innere Bilderzeugung ist wichtig für das symbolische Denken, das wir später für Buchstaben und Zahlen brauchen, sowie für Kreativität und Phantasie. Werden dem Kind immer, z.B. durch zu viel Fernsehen, Bilder von außen zugeführt entwickelt sich diese innere Bilderzeugung nicht optimal.

Weiters werden Kinder auch zum „Selbst-Lesen-Lernen“ motiviert, denn sie möchten Geschichten auch selbst lesen können und sie erleben lesen als etwas Schönes und Bereicherndes.

Schon kleine Kinder haben besondere Freude mit Sprach- und Fingerspielen oder Reimen. So erfahren die Kinder schon früh unbewusst etwas über Laute und Silben. Auch ältere Kinder erfreuen sich sehr an gereimten Geschichte und vollenden Sätze dann instinktiv mit einem passenden Reimwort.

Geschichten fliessen in weiterer Folge auch in das tägliche Spiel der Kinder mit ein – sie spielen Szenen nach oder erzählen plötzlich eine Stelle aus einem Buch/einer Geschichte. Das macht auch das Wurzelinchen, z.B. wenn ich in der Küche den Herd einschalte, dann sagt sie „Conni nicht leine Herd – du nicht leine Herd – zu fährlich“ – sie meint damit „Conni darf nicht alleine an den Herd – ich darf nicht alleine an den Herd – das ist zu gefährlich“. Und das ist ein Teil aus einem Conni Buch. Oder aus einem Buch mit Liedern und Sprüchen – sie kennt die Lieder und Sprüche und singt und spricht sie mit mir (natürlich in ihren Worten). Sie versucht dabei auch ein bisschen die Stimme zu verstellen, oder zu singen, wie ich es mache

Ich glaube durch frühes und regelmäßiges Lesen vermitteln wir Kinder auf eine wunderbare Weise Freude an der Sprache und Freude an Geschichten. Es schafft innige, gemeinsame Momente. Und es hilft auch Ängste, andere Emotionen und verschiedenen Situationen zu verarbeiten oder einfach einmal durchzuspielen.

Bei mir zu Hause wurde immer sehr viel gelesen und auch mir ist diese Freude am Lesen erhalten geblieben. Das wünsche ich mir auch sehr für das Wurzelinchen.

In diesem Sinne, bei der nächsten Gelegenheit – schnappt euch ein Buch, kuschelt euch mit eurem kleinen Schatz oder euren Schätzen auf die Couch und lest. Und ich wünsche euch ganz viel Freude dabei.

Und damit man nicht immer neue Bücher kaufen muss, schaut einmal in der Bücherei bei euch im Ort vorbei, da gibt es oft eine schöne Auswahl an Kinderbüchern.

Hier findet ihr noch nähere Informationen darüber welche Bilderbücher für welches Alter geeignet sind.

 

Quelle:

http://www.familienhandbuch.de/babys-kinder/bildungsbereiche/sprache/erzaehlenvorlesenselberlesen.php

 

Hier gibts mehr zum Thema:

Gemeinsam lesen! Warum? 

Kindliche Sprachentwicklung im ersten Lebensjahr

10 Tipps und Tricks zum Geschichten erzählen

 

 

 

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3 Gedanken zu „Warum vorlesen?

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