Religiöse Erziehung im Alltag – Teil 2

Heute möchte ich der Frage nachgehen, warum Religion für Kinder wichtig ist.

Schon C.G. Jung meinte, dass Religion eine der „ursprünglichsten Äußerungen der menschlichen Psyche sei“. Die Sehnsucht nach Gott läge also im Menschen. Religion ist also ein Grundbedürfnis.

Silvia Habinger-Hagleitner zitiert in ihrem Artikel den Theologen Paul Tillich: „Religiös sein heißt unbedingt Ergriffensein […].“ Weiter schreibt sie: „Immer dann, wenn wir in unserer Existenz berührt, betroffen, beglückt oder herausgefordert sind, kann Göttliches erfahrbar werden.“

Das ist meiner Meinung nach ein sehr wichtiger Punkt warum Religion für Kinder wichtig ist: Kinder können total ergriffen sein. Sie können sich völlig auf etwas einlassen und sie können Dinge ganz anders wahrnehmen als wir. Sie sehen die Welt noch ganz anders und aus diesem Grund „glauben sie auch anders“. Kinder sehen klitzekleine Wunder in der Natur, sie staunen über eine Blume, über einen Regenbogen, über Wolken, …

Eigentlich sollten wir hier von den Kindern lernen und auch wieder ergriffen sein und staunen. Über die Natur. Über die Schöpfung. Über die Liebe. Über …

Staunen, Ergriffen-Sein, Begeistert-Sein. Und in weiterer Folge fragen: Wer hat sich das ausgedacht? Wer hat sich mich ausgedacht?

Und dann möglicherweise die Gewissheit zu finden: Gott hat sich mich ausgedacht. Er passt auf mich auf. Er liebt mich.

Auch die Montessori-Pädagogik sieht Kinder hier als aktive Gestalter ihrer religiösen Entwicklung und als Helfer um den Erwachsenen ihre „religiöse Dimension“ im Leben zurückzugeben. Religiöse Erziehung ist eine wechselseitige Interaktion zwischen Erwachsenem und Kind.

Die Religionswissenschafterin Dr. Ilse Flöter ist im Rahmen ihrer Dissertation zu folgendem Schluss gekommen (der sich auch mit der Aussage von C.G. Jung deckt): Kinder haben, auch wenn sie nicht religiös erzogen werden, eine Sehnsucht nach Gott.  Und Kinder stellen von sich aus die ganz großen Fragen (Wer/Was ist Gott? Wo wohnt Gott? Warum ist mein Kaninchen nicht mehr da? Wo ist Oma jetzt? Sieht Gott alles? …). Je nachdem wie die Erwachsenen selbst zu diesem Thema stehen, werden sie dem Kind verschiedene Erklärungen anbieten. Wichtig ist, dass die Fragen der Kinder ernst genommen und nicht mit einem „Das verstehst du nicht“, im Keim erstickt werden.

Eine gute Orientierungshilfe bieten die religiösen Feste die das Jahr strukturieren. Diese Feste bieten Gelegenheiten um über den Sinn hinter den Festen zu sprechen.

Um diese Feste zu erleben- bieten sich Krabbel/Kinder/Minigottesdienste an. Hier werden die Inhalte der großen Feste in kleine kindgerechte Gottesdienste verpackt und sind so für die Kinder leichter zu erfassen.

 

Quellen:

Habinger-Hagleitner, Silvia. „Offen, berührt, ergriffen. Kinder als Regisseure ihrer spirituell-religiösen Entwicklung und als Lehrer für Erwachsenen.“ In: Unsere Kinder 3/2004.

http://www.zeit.de/gesellschaft/familie/2010-06/religion-erziehung

http://www.t-online.de/eltern/erziehung/id_41335708/religioese-erziehung-die-frage-nach-gott-und-der-welt.html

http://www.familienhandbuch.de/babys-kinder/bildungsbereiche/wertorientierung/warumsolltenelternkindereligioeserz.php

 

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2 Gedanken zu „Religiöse Erziehung im Alltag – Teil 2

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