Die Kinästhetische Wahrnehmung – der Bewegungs-, Kraft- und Stellungssinn

Kinästhetische Wahrnehmung Kraftsinn Bewegungssinn Stellungssinn Sinneswahrnehmung

Kinästhesie bedeutet Raum-, Zeit, Kraft- und Spannungsverhältnisse wahrnehmen. Die Reize für die Rezeptoren kommen nicht aus der Umgebung sondern aus dem eigenen Körper (z.B. Bewegung). Deshalb heißen die Rezeptoren in diesem Fall auch Propriozeptoren (von „proprius“ – der eigene). Durch die Propriozeptoren können wir unsere eigenen Grenzen wahrnehmen und eine Vorstellung von unserem Körper haben. Wir bekommen Rückmeldungen von unseren Muskeln und erhalten Informationen über die Stellung der Glieder zueinander und über die Spannungsverhältnisse im Körper.

Schon im Mutterleib bewegen sich Babys und werden von den Bewegungen der Mutter bewegt – erste kinästhetische Erfahrungen. Mit einem Monate schmiegt sich das Baby in den Arm der es hält – es spürt wie es sich Anschmiegen kann. Mit etwa zwei bis drei Monaten bekommt das Baby von seinem Nacken Informationen zur Stellung seines Kopfes zum Körper und zum Raum – es versucht den Kopf aufrecht zu halten. Ab dem 4. Monat nimmt die Koordination der Tast-, Muskel- und Gelenkwahrnehmung immer mehr zu – nun beginnt das Baby gezielt nach Dingen zu greifen.

Bereiche der kinästhetischen Wahrnehmung:

  • Stellungssinn: wir können uns (auch im Dunkeln) die Position unseres Körpers, die Stellung der Glieder und Gelenke vor Augen führen. Wir können uns vorstellen wie sich unser Körper im Raum befindet.
  • Bewegungssinn: Verändert man etwas an der Stellung/der Position verändert sich die Richtung und auch die Geschwindigkeit unserer Bewegung.
  • Kraftsinn: dieser hilft uns abzuschätzen wieviel Muskelkraft wir aufwenden müssen um eine Bewegung durchzuführen.
  • Spannungssinn: dieser gibt uns Informationen über unsere Muskelspannung und ist wichtig um Anspannung und Entspannung zu regulieren.

Meist geschehen diese Dinge unbewusst, außer beim Einüben neuer Bewegungen (bei sportlichen Übungen beispielsweise, aber auch beim musikalischen Üben) denkt man bewusst über einzelne Bewegungsabläufe nach.

Sehr eng verbunden ist die kinästhetische Wahrnehmung mit der taktilen Wahrnehmung. Berühren ist meist auch ein „Festhalten“, „Drücken“, „Pressen“ eines Gegenstandes. Das Fühlen ist also mit Bewegung verbunden.

Kinästhetische Spiele

jegliche Bewegungsaktivität, ganz besonders

  • Überwinden von Hindernissen
  • Klettern
  • Balancieren
  • Heben

einige konkrete Beispiel:

  • Gewichte unterscheiden (z.B. im Kaufmannsladen – von schwer nach leicht ordnen)
  • Rücken an Rücken – versuchen aufzustehen
  • Versteinern (zu Musik – bei Stopp wie versteinert stehen bleiben)
  • Roboter (vorher klären wie sieht Roboter aus – vielleicht einen basteln/bauen/zeichnen) – Wie bewegt sich ein Roboter? Welche Geräusche macht er?
  • Hampelmann
  • Bewegen zur Musik (schnell, langsam, hüpfend, …)
  • Entspannungsübungen

Quellen: Zimmer, Renate. 2005. „Handbuch zur Förderung der Sinneswahrnehmung. Grundlagen einer ganzheitlichen Bildung und Erziehung.“ Herder.

http://www.kindergarten-homepage.de/spiele/sinne.html

Weitere Wahrnehmungsbereiche:

Die visuelle Wahrnehmung – der Sehsinn

Die auditive Wahrnehmung – das Hören

Sinnesspiele – Sehen und Hören

Die taktile Wahrnehmung – der Tastsinn

Die vestibuläre Wahrnehmung – das Gleichgewicht

Sinnesspiele – Tasten, Fühlen und Bewegen

Die olfaktorische Wahrnehmung – der Geruchssinn

Die gustatorische Wahrnehmung – der Geschmackssinn

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8 Gedanken zu „Die Kinästhetische Wahrnehmung – der Bewegungs-, Kraft- und Stellungssinn

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