Unser erweitertes Wohnzimmer – Zeit für die Mutterliebe-Intensivkur

 

An manchen Tagen geht das Wurzelinchen besonders gerne auf den Balkon. Wir ziehen Schuhe und eine Jacke an und setzen eine Haube auf, und dann gehen wir ein bisschen hinaus.

Ich sitze auf der Seite und beobachte sie. Sie geht auf und ab und trägt ihre Windräder von einem Ende zum anderen. Sie schaut sie konzentriert an und schubst sie immer wieder an, dass sie sich drehen. Dann merkt sie, dass sie sich von selbst drehen wenn man sie höher hält (es ist heute ein bisschen windig). „Windad“, sagt sie und lacht.

Nun nimmt sie sich den Besen und ruft „sauber machen“ zu mir her.“  „Ja bitte, das wäre fein“, antworte ich. Sie nimmt den Besen und kehrt einige Zeit über den Balkon. „Putzen“, sagt sie zwischendurch und grinst mich an. Ich nicke – am liebsten möchte ich sie sofort drücken.

Sie lehnt den Besen an das Geländer und holt sich einen Blumentopf den sie dann auf das Fensterbrett stellt.

So spielt sie eine ganze Weile – ohne Spielzeug (abgesehen von den Windrädern) – mit Besen und Blumentöpfen und auch ziemlich ohne mich, obwohl ich nah bin.

Ich finde solche Momente irrsinnig schön und bereichernd. Kinder spielen und erleben so unmittelbar – sie genießen den Moment und machen was ihnen gerade Spaß macht – wenn man ihnen die Zeit und die Ruhe dafür lässt.

Ich habe sie von mir aus die ganze Zeit nicht angesprochen. Sie hat mir ein paar Mal etwas mitgeteilt und ich habe nur kurz darauf reagiert oder genickt um ihr Spiel nicht zu unterbrechen. Kinder zeigen eigentlich immer sehr genau ob sie wollen, dass wir Erwachsenen aktiv mitspielen oder ob sie uns nur kurz etwas zeigen wollen oder sich einfach vergewissern, dass wir eh noch da sind. Es ist oft gar nicht so einfach sich zurück zu nehmen, aber es lohnt sich.

In solchen Momenten erlebe ich „Mutterliebe“ ganz intensiv. Natürlich ist sie immer da und sie ist immer stark, aber Alltag ist Alltag. Alltag ist kochen, essen, anziehen, weggehen, heimkommen, einkaufen, nein-sagen und konsequent sein, … da ist man als Mutter oft erschöpft und nimmt gar nicht mehr so intensiv wahr. Aber Alltag ist natürlich auch kuscheln, Buch lesen, gemeinsam spielen, gemeinsam essen und plaudern, spazieren gehen, singen, auf den Spielplatz gehen, … da kann man wieder auftanken und Mutterliebe genießen und spüren.

Und wenn man dann einen Moment Zeit hat sich dieses vielgeliebte kleine Wesen so intensiv anzuschauen und zu beobachten, dann wird dieses Gefühl der Liebe auf einmal noch stärker als sonst. Eine Mutterliebe-Intensivkur sozusagen.

 

Dieser Mutterliebe-Intensivkur-Moment ist Teil von der Linkparty im Februar zum Thema Mutter- und Vaterliebe auf verflixteralltag.blogspot.de – da gibt’s noch viel mehr Mutter- und Vaterliebe.

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4 Gedanken zu „Unser erweitertes Wohnzimmer – Zeit für die Mutterliebe-Intensivkur

  1. Hallo, es ist sehr schön zu lesen oder auch zu hören, dass diese Momente im gemeinsamen Leben mit Kindern die Schönsten und Wichtigsten sind. Oft vergessen wir dies leider! Auch ich ertappe mich immer wieder dabei, nach einem langen Arbeitstag die “ gemeinsame Spielzeit“ vollkommen zu verspielen, anstatt einfach da zu sein! Danke für diese kostbare Erinnerung! 🙂

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